Das Allgäu ist bereit für die Wende

- Die Energiewende im Allgäu baut auf drei Säulen auf: Säule 1 - Ausbau Erneuerbare Energien ...

- Säule 2: effizienter Umfang mit Energie

- Säule 3: Energie sparen
Es ist entschieden: Bis 2022 soll die Energiewende im Allgäu einen großen Schritt nach vorne machen und die Erzeugung aus Erneuerbaren heimischen Energien bei 70 Prozent liegen. Ein ehrgeiziges, aber lohnenswertes Ziel. AllgäuStrom setzt dabei auf drei Säulen.
Ein intelligentes System gibt das Kommando, die Waschmaschine beginnt sich zu drehen. Gleichzeitig lädt das Handy grünen Strom, der aus der nahegelegenen Photovoltaikanlage kommt. Autos gleiten abgasfrei über die Straßen, ein Akku unter der Haube sorgt für den Antrieb.
So manches lässt der Blick in die Zukunft erahnen. Eines weiß man schon jetzt: Die Energiewelt von morgen wird eine andere sein als heute. Auch im Allgäu. In gut zehn Jahren soll das Oberallgäu energietechnisch großteils autark sein: Bis 2022, so hat es der Oberallgäuer Kreistag im Juli einstimmig beschlossen, sollen 70 Prozent der benötigten Energie auf erneuerbare Weise erzeugt werden. Die Umsetzung dieses Szenarios soll unter der Federführung von AllgäuStrom und dem ZAK (Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten) erfolgen. Damit die Energiewende gelingt, sind drei Säulen entscheidend: der Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz und die Einsparung von Energie.
Mehr Erneuerbare Energien
Ob Wasserkraft, Biomasse, Sonnenenergie oder Windkraft - in allen Bereichen hat AllgäuStrom bereits Akzente gesetzt. Spätestens seit 2007 ist klar, dass das Allgäu beste Karten hat, um sich energietechnisch unabhängig zu machen. Damals führten der AllgäuStrom Partner Allgäuer Überlandwerk und das Fraunhofer Institut eine gemeinsame, in Bayern einzigartige Studie durch. Sie untersuchten die "Potenziale erneuerbarer und effizienter Stromerzeugung im Allgäu", kurz PEESA. Da dem Zubau von Wasserkraft eher weniger Potenzial bescheinigt wurde, machte sich AllgäuStrom daran, seine Wasserkraftwerke auf den neuesten Stand zu bringen, wie etwa das AÜW-Wasserkraftwerk Füssener Straße in Kempten. Modern und hocheffizient ist das 2010 neueröffnete Wasserkraftwerk an der Keselstraße in Kempten. Und heuer ist eine weitere moderne Anlage hinzugekommen - das Wasserkraftwerk Faltenbach vom AllgäuStrom Partner Energieversorgung Oberstdorf (siehe Seite 9). Auch die Sonnenenergie wird konsequent ausgebaut - zum Beispiel mit dem Mini-Solarpark in Veits und dem Solarpark in Ursulasried.
Darüber hinaus sind AllgäuStrom Partner an Windparks beteiligt, etwa am Offshore-Windpark Borkum und am Windpark Zieger in der Oberpfalz. Und auch wenn die Windkraft im Allgäu oft zwiespältig gesehen wird - ohne wird es kaum gehen. Bis zu 35 Anlagen sollen allein oder gemeinsam mit Partnern geplant werden - an Standorten, die mit dem Willen der Bevölkerung vor Ort umsetzbar sind. Zudem investiert AllgäuStrom in Biomassekraftwerke wie das 2009 in Betrieb gegangene Heizkraftwerk in Scheidegg. Gerade bei regenerativen Energien wie Wind und Sonne ist es noch nicht möglich, diese zu jeder Tageszeit in der gewünschten Menge zu erzeugen. Umso wichtiger sind intelligente Stromnetze und Stromspeicherung. Insbesondere der Speicherung elektrischer Energie wird eine entscheidende Rolle zukommen, da die Energiewende nur mit dem gleichzeitigen Ausbau der Speicherung gelingen kann. Es wird darauf ankommen, über die derzeitigen technischen Möglichkeiten (z. B. Pumpspeicherwerke) hinaus neue Speichertechnologien zu entwickeln.
Laufende Projekte
AllgäuStrom engagiert sich in mehreren Projekten. Das neueste heißt IRENE - ein Gemeinschaftsprojekt von AllgäuStrom, der Siemens AG, der Hochschule Kempten und der RWTH Aachen. IRENE steht für "Integration regenerativer Energien und Elektromobilität" und hat ihre Heimat in Wildpoldsried, das sich schon jetzt fast komplett mit selbst erzeugtem grünen Strom versorgt. Ziel ist es, Stromerzeugung und -verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Durch die optimierte Balance wird das Stromnetz stabiler und leistungsfähiger. Voraussetzung dafür ist eine Messtechnik, die auf verschiedenen Ebenen Daten sammelt, welche in Echtzeit ausgewertet werden. Mithilfe einer innovativen Software lässt sich die Energieverteilung besser planen und koordinieren. Das Stromnetz wird effi zienter, was wiederum Kosten spart und die Umwelt schont. Mit eE-Tour Allgäu, IRENE und weiteren Projekten wie AlpineSpace arbeitet AllgäuStrom für ein großartiges Ziel: die sichere Energiezukunft durch Erneuerbare Energien. Trotz aller Möglichkeiten ist jedoch eines klar: Der beste Strom ist immer der, den man erst gar nicht verbraucht.
Energie effizient nutzen
AllgäuStrom ist es wichtig, den Verbrauchern einfache Mittel an die Hand zu geben, um ohne Minderung der Lebensqualität weniger Strom zu benötigen. Vor Ort oder auf Messen: AllgäuStrom Energieberater zeigen, wo und wie man Energie sparen kann.
Mitreden erwünscht |
Das Bundesminsterium für Bildung und Forschung hatte 2011 die Bürger aufgerufen, beim Thema Energiezukunft mitzureden. Auf dieser Seite des BMBF kann man die Ergebnisse und Lösungsvorschläge nachlesen. |
