Chancen fürs Allgäu

Konrad Uhlemayr, Geschäftsführer der Elektrizitätsgenossenschaft Rettenberg eG

Die Energiewende ist eingeleitet - AllgäuStrom sieht sich für die kommenden Aufgaben gut gerüstet. Ein Interview mit Konrad Uhlemayr von der eG Rettenberg.

Wo glauben Sie wird AllgäuStrom im Jahr 2021 stehen?

Unser Gedanke für eine Gründung von AllgäuStrom mit neun Partnern war, in der Region eine gemeinsame Marke zu etablieren, Synergieeffekte in Vertrieb und Marketing zu nutzen und sich der Liberalisierung des Strommarktes zu stellen.
Ich denke, das ist uns weitgehend gut gelungen. Wir haben uns im Lauf der Jahre unter AllgäuStrom einen guten Namen aufgebaut und dessen Bekanntheit etabliert. Die positiven Rückmeldungen und das Vertrauen unserer Kunden sind für uns Anspruch und Herausforderung zugleich, in diesem Sinne weiterzuarbeiten. Aber nicht nur unsere Kunden sind an AllgäuStrom interessiert, sondern auch Energieversorger und andere Kollegen zeigen großes Interesse.

Wie sieht die Energielandschaft von morgen aus - und welche Chancen ergeben sich daraus fürs Allgäu?

Seitens der Politik sind die Weichen gestellt, speziell für unsere Region wurden die Ziele hoch gesteckt. Wir werden uns dieser Herausforderung stellen. Schon seit Generationen setzen wir auf Wasserkraft und bauen diese weiter aus. Um die politischen Ziele zu erreichen, wird ein Zubau der Windkraft im Oberallgäu unumgänglich sein. Das ist nur mit Unterstützung der Bevölkerung möglich. Selbstverständlich werden durch den Ausbau der regenerativen Energien weitere Arbeitsplätze geschaffen, und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Was sind die größten Herausforderungen für die Kooperation?

Die größte Herausforderung sehe ich im Bereich Netzausbau. Durch den starken Zuwachs an Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren sind wir teilweise an unsere Grenzen gestoßen. Dazu kommt der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand. Durch die Liberalisierung des Messwesens stehen wir im Bereich Abrechnung und Messen ebenfalls im Wettbewerb. Hier kommen neue Aufgaben in Hinblick auf intelligente Zähler und Netze auf uns zu.

Wie wird AllgäuStrom darauf reagieren?

Indem wir auf die veränderte Marktsituation entsprechende Maßnahmen ergreifen: Sei es an der Beteiligung von Pilotprojekten wie "IRENE", dessen Ziel es ist, Stromerzeugung und verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Oder dem Angebot von neuen Produkten wie AllgäuStrom Clever & Smart. Beim Kunden wird dazu ein intelligenter Zähler mit einer Kommunikationseinheit eingebaut, mit der er über ein Webportal seinen Verbrauch und seine Leistungswerte abrufen kann. Spart der Kunde im zweiten Jahr Energie, erhält er einen Bonus. Das Produkt wird in unseren Abteilungen ständig weiterentwickelt und dem Markt angepasst.

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