Natürlich heizen mit Holz

Wer Klimaschutz will, muss erneuerbare Energien ausbauen. Mit dem Bau des Holzheizwerks Scheidegg übernehmen die AllgäuStrom Partner Allgäuer Überlandwerk und Allgäuer Kraftwerke gemeinsam mit der ZAK Energie GmbH Verantwortung für die Umwelt.
Hier geht es heiß her: Das Westallgäuer Scheidegg ist nicht mehr allein für seine gute Luft bekannt. Seit September versorgt ein neues Holzhackschnitzel-Heizwerk im Luftkurort Scheidegg derzeit zwölf Kur- und Rehakliniken sowie Beherbergungs- und Gewerbetriebe mit wohltuender Wärme.
Umweltschonende Verbrennung
Holzheizwerke erzeugen Wärme für größere Gebäude oder Wohnsiedlungen. Und das vollkommen umweltschonend. Verbrannt werden ausschließlich unbehandelte Holzhackschnitzel aus Allgäuer Wäldern (siehe hier). Holz, das früher größtenteils nicht verwertet wurde - zum Beispiel Holzreststoffe aus der Landschaftspflege oder aus Sägewerken - wird nun sinnvoll eingesetzt. Die Energiebilanz dieser Art der Wärmeerzeugung ist hervorragend, wenn - wie in Scheidegg - nur so viel Biomasse verbrennt, wie auch nachwächst.
Umweltschonender Rohstoff
Holz ist ein CO2-neutraler und damit umweltschonender Rohstoff: Das bei der Verbrennung freigesetzte CO2 entspricht der Menge, die das Holz zuvor beim Wachsen der Luft entzogen hat. Ein geschlossener Kreislauf also. Würde das Holz stattdessen verrotten, würde die gleiche Menge CO2 abgegeben. Laut Umweltbundesamt wird unsere Umwelt durch Holzheizwerke zu 85 bis 92 Prozent weniger mit CO2 belastet, als bei anderweitiger Wärme-Erzeugung. Ein Vergleich: In Scheidegg werden 6.000 Tonnen Hackschnitzel pro Jahr verbrannt. Um die gleiche Wärmeleistung zu erzielen, bräuchte man eine Million Liter Heizöl oder die gleiche Menge Erdgas.
Übrigens: Die in der kalten Jahreszeit am Kamin sichtbaren Dampfwolken bestehen ausschließlich aus Wasserdampf. Das wurde gründlich untersucht. Denn Scheidegg ist ein heilklimatischer Kurort der "Premium Class" und lebt von seiner guten Luft. Eine hochmoderne Rauchgasreinigung verhindert, dass Schadstoffe wie Stickoxide oder Schwefeldioxid freigesetzt werden. Auch in dieser Hinsicht wird die Umwelt deutlich entlastet. Die Emissionen des Werkes unterschreiten die zulässigen Grenzwerte für Luftkurorte um das 150-fache.
Rohstoffe aus der Region
Die Brennstoffe stammen großteils aus der Landwirtschaft. Das eröffnet für die Landwirte der Region eine zusätzliche Einnahmequelle. "Holz der kurzen Wege ist für uns auch eine wichtige Voraussetzung, regional tätig zu sein. Wir erhalten damit weitere Arbeitsplätze im Allgäu", betont Erwin Bischofberger, Geschäftsführer von der Allgäuer Kraftwerke GmbH.
In der Energieversorgung und im Klimaschutz sieht Erwin Bischofberger die zentralen Handlungsfelder der Zukunft. Und AÜW-Chef Michael Lucke stellt heraus: "Es müssen sich gewachsene Strukturen mit neuen innovativen Lösungen verbinden. Damit werden wir der Motor für regenerative Erzeugung. Das Potenzial ist groß: Noch bis zu acht Biomasseheizwerke könnten hier in der Region errichtet werden." Mit heimatstarker Energie und Wärme könne man auch für die nächsten Generationen regenerative Energie liefern.
