Bye-bye Stand-by

Mehr als vier Milliarden Euro werden jedes Jahr in Deutschland für den Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten verschwendet.
Ob Fernsehgerät, Stereoanlage oder Anrufbeantworter - sie alle benötigen Energie nicht nur im aktiven Zustand. Da hilft nur eines: abschalten, aber richtig. Wir sagen wie.
Leuchtsignale
An Lämpchen oder digitalen Uhren erkennen Sie, dass Geräte im Stand-by-Modus einsatzbereit sind. Leerlauf-Verluste gibt es aber auch ohne Leuchtdiode, denn manche Geräte besitzen keinen echten Aus-Schalter mehr: Dann fließt weniger Strom als in aktivem Zustand, der Verbrauch ist aber nicht "ohne".
Hand drauf
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Gerät im ausgeschalteten Zustand wirklich aus ist: Legen Sie die Hand drauf und überprüfen Sie die Wärmeentwicklung. Warm bedeutet "nicht aus". Je mehr Wärme Sie fühlen, desto höher ist der Stromverbrauch.
Testen Sie selbst
Auch bei Geräten mit externen Netzteilen: Stecken Sie das Netzteil in die Steckdose und trennen Sie es von dem angeschlossenen Gerät. Wird es nach einiger Zeit handwarm, dann verbraucht es allein für sich schon zu viel Strom.
Sparhilfen
Intelligente Steckdosen-Leisten oder Power-Saver senken die Kosten für Stand-by enorm. Ein Faxgerät schaltet sich zum Beispiel nur dann ein, wenn ein Faxsignal ankommt. Energiespareinstellungen bei Computern, Monitoren und Druckern nutzen. Aber: Bildschirmschoner fressen oft noch mehr Strom. Bei längeren Pausen den Monitor einfach ausschalten.
Steckdosen mit Pfiff
Mit einer ausschaltbaren Steckerleiste können Sie gleich mehrere Geräte auf einmal vom Netz trennen - ideal für PC- oder Hi-Fi-Anlagen. Vorsicht: Gespeicherte Daten wie die Uhrzeit oder auch Programmierungen können verloren gehen. Die Funksteckdosen lassen sich per Fernbedienung ausschalten: einfach in die Steckdose stecken, fertig.
Master-Slave-Steckdosenleisten
Ideal für Computer mit Zubehör: Wird an der "Master"-Steckdose Strom entnommen - zum Beispiel wenn der PC eingeschaltet wird -, so werden die "Slave"-Steckdosen - an denen beispielsweise Monitor, Drucker, Modem, angeschlossen sind, sofort eingeschaltet. Beim Ausschalten des Master-Gerätes schalten die Komponeten entsprechend auch aus. Das funktioniert natürlich auch bei Audio-Anlagen mit mehreren Komponenten.
Powersaver
Wer auf das Ein- und Ausschalten per Fernbedingung nicht verzichten will, setzt am besten sogenannte "Powersaver" ein. Powersaver sind Vorschaltgeräte, die zwischen Elektrogerät und Steckdose geschalten werden. Sobald man die Stand-by-Taste auf der Fernbedienung drückt, trennt der Powersaver das Gerät automatisch von der Stromversorung.
Netzteile und Ladestationen
Steckernetzteile und Ladestationen von Akkugeräten, die permanent am Netz hängen, verbrauchen auch Strom wenn das Gerät nicht angesteckt ist bzw. lädt. Das betrifft Handys, Rasierapparate, elektrische Zahnbürsten, Hobby- und Heimwerkergeräte usw. Nickel-Cadmium Akkus (Kennzeichen NiCd) verlieren an Speicherfähigkeit, wenn sie ständig nachgeladen werden.
Leistung im Stand-by | Durchschnittlicher Stand-by-Betrieb am Tag | Kosten gerundet | |
TV LCD 80-94 cm | 1 | 20 | 2 |
TV alt | 6 | 20 | 9 |
DVB-T-Receiver | 10 | 20 | 15 |
DVD-Rekorder mit Festplatte | 8 | 22 | 12 |
Hi-Fi-Anlage | 10 | 20 | 15 |
3 Radios | 5 | 21 | 8 |
PC mit Monitor und Drucker | 10 | 20 | 15 |
DSL-Modem und Router | 7 | 20 | 10 |
Telefon schnurlos (Ladeschale) | 2 | 23 | 3 |
Anrufbeantworter | 3 | 24 | 5 |
Spielkonsole | 3 | 22 | 5 |
Kaffee-Vollautomat | 3 | 23 | 5 |
Gesamtkosten pro Jahr | 104 |
In diesem Beispiel geht man von einem Stand-by-Betrieb von täglich 20 bis 24 Stunden aus, an 335 Tagen im Jahr und einem Strompreos von 21,69 Cent/kWh. Quelle: dena
