Mit großen Schritten durchs verschneite Allgäu

Mit Schneeschuhen unterwegs

Überall in den Allgäuer Bergen trifft man sie, die Trapper der Neuzeit: Schneeschuhwanderer. Genussvoll schreitend oder sportlich ambitioniert ziehen sie fast lautlos ihre Spuren durch die Winterlandschaft.

Schneeschuhwandern liegt im Trend. Kein Wunder. Auf Schneeschuhen kann man auch ohne große Vorkenntnisse die Schönheit und Einsamkeit tief verschneiter Winterlandschaften genießen. Die neue Leichtigkeit des Gehens wird ermöglicht durch Schneeschuhe aus hochwertigem Material mit optimalem Gehkomfort. Man kann fast bei jedem Wetter und jeder Schneelage starten, Anforderungen an Tempo, Kondition und technische Schwierigkeit der Tour selbst bestimmen. Die Ausrüstung ist, verglichen mit der bei anderen Wintersportarten, relativ günstig in der Anschaffung. Zudem leihen viele Tourismusbüros, Gästeinformationen, Sportgeschäfte und Hotels Schneeschuhe aus. Aber Achtung: Wer sich in alpines Gelände wagt (ab etwa 1.000 Meter) sollte sich einer der vielen Bergschulen anschließen, die geführte Touren anbieten.

Rücksicht nehmen

Solche Touren verlangen dem Wanderer technisch und konditionell viel ab und setzen auch eine profunde Kenntnis der Lawinenlage und anderer alpiner Gefahren voraus. Zudem leiden Pflanzen und Tierwelt darunter, wenn ohne Rücksicht durch Wälder gestapft und zwischen Bäume eingebrochen wird, wo sich das Raufußhuhn und andere Tiere in ihre Ruheposition begeben haben. Einige Gemeinden im Allgäu bieten spezielle Karten mit Vorschlägen für Schneeschuhtouren an, oder geben im Internet Tipps inklusive Karten zum Herunterladen, zum Beispiel die Gästeämter der Ferienregion Alpsee/Grünten

Schneeschuhe

DAV-Tipps für naturverträgliche Wintertouren

  • Markierungen, Hinweise und Routenempfehlungen des DAV-Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich" beachten.
  • Schutz- und Schongebiete für Pflanzen und Tiere respektieren, Lärm vermeiden.
  • Lebensräume erkennen: Wildtieren möglichst ausweichen, sie nur aus der Distanz beobachten, Futterstellen umgehen, Hunde anleinen.
  • Im Hochwinter Gipfel, Rücken und Grate vor 10 Uhr und nach 16 Uhr meiden
  • In Waldgebieten und an der Waldgrenze auf üblichen Skirouten, Forst- und Wanderwegen bleiben, Abstand zu Baum- und Strauchgruppen halten.
  • Aufforstungen und Jungwald schonen.
  • Umweltschonend anreisen: mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren oder Fahrgemeinschaften bilden, ausgewiesene Parkplätze benutzen, keine Zufahrten blockieren.
  • Eher mehrtägige Aufenthalte als häufige Tagestouren planen, das gastronomische Angebot vor Ort nutzen.
  • Touren mit Führern und Karten planen, die das DAV-Gütesiegel "Naturverträgliche Skitouren/ Wintertouren" tragen, sich über Natur und Kultur des Zielgebietes informieren.
  • Die Regeln für Skitouren auf Pisten beachten.

Weitere Informationen zum umweltfreundlichen Wintersport finden Sie auf der Website des Alpenvereins.

Allgemeine Infos:

Die meisten Allgäuer Bergschulen bieten geführte Ein- und Mehrtagestouren an. Kurse mit Ausbildung in Tourenplanung, Gehtechnik und Beurteilung der Lawinengefahr gibt es zum Beispiel im Oase Alpin Center in Oberstdorf: www.oase-alpin.de

Kartenmaterial:
Allgäuer Alpen, 1:50 000,
Bayerisches Landesvermessungsamt München
6,60 Euro
ISBN: 3860380117

  

Tipp für Einsteiger

Für Schnupperer und Einsteiger eröffnete die Gemeinde Oberstdorf vergangenen Winter einen Schneeschuhlehrpfad. Er führt vom Langlaufstadion Ried auf einen etwa zwei Kilometer langen Rundkurs. Schautafeln informieren über Ausrüstung, Technik und Tourenplanung.

Touren-Tipps

Rangiswanger Horn

Das Rangiswanger Horn (1.616 m) gehört zu den beliebten Schneeschuhgipfeln der Hörner-Gruppe. Geht man von Sigiswang aus, liegt auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Ofterschwang und Bolsterlang ein Wanderparkplatz. Da der Berg auch ein beliebter Skitourenberg ist, findet man meist schon Ski-Aufstiegsspuren im Schnee, die den Weg weisen. Der Forststraße folgend gelangt man nach Westen hinauf zum Freizeitheim Kahlrückenalpe. Danach, weiter links haltend, geht es an der Sigiswanger Alpe (1.407 m) vorbei zum Gipfelhang und zum Gipfel, wo uns eine traumhafte Aussicht für den Aufstieg belohnt.

Streckeninfos:
Länge der Strecke: 3 Kilometer
Höhenunterschied: circa 750 Höhenmeter


Auf den Grünten

Auf den "Wächter des Allgäus", den Grünten, lässt sich trefflich schneeschuhwandern mit einem herrlichen Panorama-Blick auf die höchsten Gipfel des Allgäuer Hauptkamms. Los geht es am Parkplatz des "Berggasthofs Alpenblick" im Burgberger Ortsteil "Auf dem Ried". Am Berggasthof vorbei wandert man den Alpweg entlang bis zur Weggabelung und folgt dem unteren, rechten Weg. Nach kurzer Zeit erreicht man die "Erzgruben Erlebniswelt", die allerdings im Winter geschlossen ist. Weiter geht es auf dem unteren Weg durch den Berghofer Wald bis zur Abzweigung Höfl eweg. Über den Höfleweg zum oberen Weg, diesem links folgend und weiter an den Erzgruben vorbei zurück zum Gasthof Alpenblick.

Streckeninfos:
Länge des Rundwegs: 7,6 Kilometer
Zu bewältigende Höhenmeter: 237 Meter


Aufs Gschwender Horn

Los geht es im Bühler Ortsteil Gschwend. Dorthin kommt man, wenn man sich in Immenstadt Richtung Großer Alpsee hält, dann nach Bühl und danach in den Weiler Gschwend fährt. Es gibt einen großen, geräumten Wanderparkplatz (Gebühr: zwei Euro am Tag). Ein beschilderter Weg führt in Richtung Starkatsgund-Alpe (1.210 m), dann geht es weiter zum Gipfel des Gschwender Horns (1.400 m). Wer sich nach so viel Anstrengung stärken will, sollte noch ein Stückchen weiter durch den verschneiten Winterwald zum Kemptener Naturfreundehaus stapfen (geöffnet Dezember bis Oktober). Hier warten deftige Brotzeiten, warme Hausmannskost oder Kaffee und Kuchen auf die Wanderer. Wer will, kann auch übernachten. Infos: www.kemptener-naturfreundehaus.de. Auf dem gleichen Weg geht es zum Ausgangspunkt in Gschwend zurück.

Streckeninfos:
Länge der Strecke: ca. 6 Kilometer,
Höhenunterschied: rund 400 Höhenmeter


Weitere Touren ...

finden Sie auf der Website
Alpsee Grünten

Hier können Sie sich die Touren auch auf einer Karte ansehen und die Anreise sowie Übernachtungen planen.