Mit den Händen arbeiten

Julia Filleböck lernt bei einem AllgäuStrom Partner einen klassischen Männerberuf - und das mit großer Begeisterung. Ein Porträt über eine junge Frau, die gerne zupackt.
Wenn andere Mädchen ihres Alters in gebügelter Bluse, im Blazer oder im Klinikmantel ihren Arbeitstag beginnen, steigt die angehende Industriemechanikerin Julia Filleböck aus Mittelberg in feuerfeste Gamaschen, bindet sich eine robuste Lederschürze um und geht zum Schweißgerät.
Die zarte 17-Jährige passt so gar nicht in die Vorstellung, die man von einem Industriemechaniker hat. Dessen Aufgabe ist es, industrielle Anlagen zu warten. Gefeilt, geschweißt und gebohrt wird bei jedem Wetter, drinnen und draußen. "Zimperlich darf man nicht sein", betont Julias Ausbilder Leonhard Kleinert. Dennoch, so Ausbildungsleiter Peter Mayer: "Julia steht ihren männlichen Kollegen in keinster Weise nach."
"Es macht Spaß"
Seit mehr als einem halben Jahr bekommt die junge Frau Einblick in die Grundlagen und Handfertigkeiten der Metallverarbeitung, in verschiedene Schweißtechniken, in das Aufbauen und Überprüfen von Hydraulikschaltungen und vieles mehr. Ein Frauenberuf? "Klar", strahlt Julia. "Mir macht das alles wahnsinnig Spaß. Ich wollte immer was mit meinen Händen arbeiten." Als Kind habe sie leidenschaftlich gerne mit ihrem Vater an Motorrädern geschraubt und sei sich schon lange sicher: "Ein Büroberuf ist nichts für mich."

Gute Zukunftsperspektive
Nach Abschluss der Mittleren Reife und einem Schnupperpraktikum beim Allgäuer Überlandwerk bewarb sie sich schließlich beim AllgäuStrom Partner für den Ausbildungsberuf des Industriemechanikers. Dreieinhalb Jahre dauert die duale Ausbildung, jeden Dienstag und jeden zweiten Montag besucht sie die staatliche Berufsschule.
Nach einem halben Jahr wird sie schwerpunktmäßig in der betriebseigenen Zentralwerkstatt arbeiten. Die Fachausbildung beinhaltet auch das Erlernen verschiedener Fügetechniken wie Löten, Kleben und Verschrauben sowie die Vermittlung von Kenntnissen in der Pneumatik, Hydraulik und Grundlagen der Elektrotechnik. Ist die Ausbildung abgeschlossen, hat sie unter Umständen die Möglichkeit, entweder beim Allgäuer Stromversorger zu bleiben oder sich zum Industriemeister oder staatlich geprüften Techniker weiterzubilden.
"Uns ist es wichtig, Frauen den Schritt in eher klassische Männerberufe zu ermöglichen. Deshalb haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und unsere Räume - wie zum Beispiel den Sanitärbereich - baulich angepasst", sagt Ausbildungsleiter Peter Mayer. Auch in anderen Allgäuer Firmen überzeugen Frauen im Männerberuf. Bei AllgäuStrom jedenfalls ist man stolz auf die erste weibliche Industriemechanikerin. Seitdem hat sich auch die Stimmung im Team verändert, meint Mayer - was die Jungs im Ausbildungsteam schmunzelnd bestätigen.
