Drei Fragen an die Architekten des Wasserkraftwerks

Von der Idee zum Kraftwerk: das Team des Kemptener Architekturbüros becker architekten

Geplant und entworfen haben das futuristisch anmutende Gebäude an der Keselstraße die kreativen Köpfe des Kemptener Architekturbüros becker architekten. Zu ihrer Philosophie gehören unter anderem Nachhaltigkeit, Energie und Ökologie. Das neue Kraftwerk passt dabei gut ins Konzept von Michael Becker und seinem Team.

Ein Wasserkraftwerk zu planen, klingt spannend. Was kam Ihnen als Erstes in den Sinn?

Unser erster Gedanke war, die beim Durchlaufen von Turbinen generierte Dynamik des Wassers zum Ausdruck zu bringen. Eine weitere Inspirationsquelle waren die ausgewaschenen, teils bizarren Felsformationen, die es an der Iller in unmittelbarer Umgebung des Standortes gibt.

Was soll das Gebäude darstellen?

Die organische Großform der neuen Anlage weckt alle möglichen Assoziationen. Die Vielschichtigkeit in der Wahrnehmung des Betrachters ist immer wieder erstaunlich: Fast jeder Betrachter findet (s)ein eigenes, ganz persönliches Bild für die neue Kraftwerkshülle, was eines der besonderen Kennzeichen des Wasserkraftwerks sein dürfte.

Und die größte Herausforderung bei Ihren Planungen?

Das war sicher die verträgliche Integration des großen Kraftwerks in das denkmalgeschützte Ensemble der ehemaligen Spinnerei und Weberei am Illerufer, ohne dabei auf eine selbstbewusste Architektursprache zu verzichten. Wenn sich nun Altbestand und moderne Wasserkraft gegenseitig bereichern, der neue Geh- und Radweg entlang des Gebäudes mehr Menschen anlockt und damit auch das Quartier mit mehr Leben gefüllt wird, haben sich die Anstrengungen der Baumaßnahme in unseren Augen gelohnt.