Energielexikon: Begriffe A bis B
Absorber
"Empfangsfläche" eines Sonnenkollektors: der Absorber nimmt Sonnenenergie auf und wandelt diese in Wärme um. Ein qualitativ hochwertiger Absorber kann über 90 Prozent der Sonneneinstrahlung zur Brauchwassererwärmung nutzen.
Abwärme
Abwärme ist die bei einem Prozess anfallende ungenutzte Wärme, d. h. die Verlustenergie, die nicht aus dem zugeführten Energieinput in das bereitgestellte Produkt überführt wird.
Aktive Sonnenenergienutzung
Im Unterschied zur passiven Sonnenenergienutzung, bei der unter Verzicht auf technische Systeme (Pumpen, Motoren, etc.) allein durch architektonische Maßnahmen Solarenergie genutzt wird, wandeln Kollektoren die Energie der Sonne in Wärme (Solarthermie) und Solarzellen in Strom (Photovoltaik) um. Eine optimale Energieausbeute lässt sich durch die Kombination von passiver und aktiver Nutzung der Sonneneinstrahlung erzielen.
Anode
Die positive Elektrode bei der Elektrolyse, die negative Ladungsträger (Anionen) anzieht; bei der Wasserzersetzung entsteht dort Sauerstoff (O2).
Anschlussleistung
Die Anschlussleistung ist die Summe der Nennleistungen aller beim Kunden bzw. in einem Versorgungsgebiet vorhandenen elektrischen Verbrauchseinrichtungen, die gleichzeitig genutzt werden können.
Arbeit
Physikalische Maßeinheit: (W) Die mechanische Arbeit ist das Produkt aus Kraft (F) und Weg (s), die elektrische Arbeit ist das Produkt aus Leistung (P) und Zeit (h). Die elektrische Arbeit wird in kWh (Kilowattstunde) gemessen und drückt den Anteil an Arbeit aus, in der eine definierte Leistung innerhalb eines Zeitabschnittes Wirkung vollzog.
Arbeitspreis
Der Arbeitspreis ist das Entgelt für die bezogene Energiemenge.
AVBEltV
Verordnung, die die allgemeinen Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden regelt. Darunter finden sich die allgemeinen Bedingungen, zu denen Elektrizitätsversorgungsunternehmen jedermann an ihr Versorgungsnetz anzuschliessen und mit Niederspannung zu allgemeinen Tarifpreisen zu versorgen haben.
BHKW (Blockheizkraftwerk)
Blockheizkraftwerke sind Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten: Diesel- oder Gasmotoren treiben Generatoren an und erzeugen Strom - gleichzeitig wird die Abwärme der Motoren über Wärmetauscher nutzbar gemacht. Ebenso können Brennstoffzellen als BHKW eingesetzt werden, wobei sie im Vergleich einen höheren Stromanteil erreichen. Da in einem Prozess Strom und Wärme produziert werden, ist der Gesamt-Wirkungsgrad solcher Anlagen entsprechend hoch. Dort, wo über das ganze Jahr ein gleich bleibender Wärmebedarf besteht (wie beispielsweise in Schwimmbädern und Krankenhäusern), kann das BHKW eine lohnende Investition sein - dabei beträgt die Energieausnutzung dann je nach Temperaturniveau bis etwa 85 Prozent.
Biogas
Biogas gehört zu den erneuerbaren Energieträgern. Es entsteht beim bakteriellen Abbau von organischem Material (z. B. Pflanzen(resten) sowie tierischen Exkrementen und Abfällen insbesondere aus der Landwirtschaft) unter Licht- und Luftabschluss in einem Faulbehälter und enthält im wesentlichen Methan (CH4). Neben dem brennbaren Gas, das zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann, entsteht hochwertiger Dünger.
Biomasse
Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen oder Tiere anfallende/erzeugte organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken - also zur Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung - ist zwischen nachwachsenden Rohstoffen oder Energiepflanzen und organischem Abfall zu unterscheiden. Nachwachsende Rohstoffe sind:
- schnell wachsende Baumarten und spezielle einjährige Energiepflanzen mit hohem Trockenmasse-Ertrag zum Einsatz als Brennstoff
- zucker- und stärkehaltige Ackerfrüchte für die Umwandlung in Äthanol sowie Ölfrüchte für die Gewinnung von Bioölen bzw. Biodiesel (Rapsölmetylester) und deren Einsatz als Schmierstoff bzw. als Treibstoff
- Organische Reststoffe fallen bei der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und in Haushalten an. Dazu zählen organische Rest- und Abfallstoffe bilden das Grundmaterial für die Erzeugung von Biogas.
Blindstrom/Blindleistung
Die Blindleistung ist eine nicht nutzbare, elektrische Leistung, die beim Betrieb von Wechselstrommaschinen aus technischen Gründen zwangsläufig anfällt.
Blower Door-Test
Test zur Überprüfung der Luftdichtigkeit eines Hauses. Ein gute Luftdichtigkeit der Gebäudehülle unterstützt den Wärmerückhalt in Gebäuden wesentlich, indem er den Austausch beheizter Luft durch kalte Luft unterbindet. Bei sehr dichten Gebäudehüllen muss aber immer ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet sein, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Braunkohle
Kohle, die sich durch hohen Wassergehalt und - für fossile Brennstoffe - vergleichsweise geringen Energiegehalt auszeichnet. Dies verdankt sie ihrer im Vergleich zur Steinkohle anderen Entstehungsweise, die bei den fossilen Brennstoffen beschrieben ist. Der Energiegehalt von Braunkohle liegt bei der so genannten Weichbraunkohle im Bereich zwischen 7.500-12.500kJ/kg (2.1-3.5kWh/kg), für die Hartbraunkohle bei 20.000-30.000kJ/kg (5.5-8.3kWh/kg)
