Energielexikon: Begriffe F bis J

Fernwärme

Die Fernwärme auf der Basis der Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärmenutzung ist eine energiesparende und umweltfreundliche Form, Wohnungen, gewerbliche Betriebe und auch Industrieanlagen von einer zentralen Stelle aus mit Wärme zu versorgen.

Fossile Energieträger

Fossile Energien decken zu 85 % den weltweiten Energiebedarf. Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle; sie entstanden vor Jahrmillionen bei der Zersetzung abgestorbener Pflanzen und Tiere unter Sauerstoffabschluss, hohen Temperaturen sowie unter dem Druck darüber liegender Gesteinsschichten. Grenzen für die Nutzung fossiler Energieträger ergeben sich - je nach Technologieeinsatz und Entwicklung des technischen Fortschritts - aus den unterschiedlichen Ressourcenverfügbarkeiten sowie aus deren Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Bei der Verbrennung bzw. Umwandlung der fossilen Brennstoffe wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt.

Geothermie (Erdwärme)

Bei der Geothermie wird die im Erdinnern entstehende und gespeicherte Wärmeenergie als Energiequelle genutzt; im Mittel steigt die Temperatur um 3 Grad C pro 100 m Tiefe. Während die oberflächennahe Wärme durch Wärmepumpen genutzt wird, lohnen sich Anlagen zur direkten Nutzung der tieferen Erdwärme vor allem in Gegenden mit besonders günstigen geologischen Voraussetzungen wie z. B. heißen Tiefenwässern. Bei den geothermischen Vorkommen in Deutschland handelt es sich um Thermalwasser mit Temperaturen zwischen 40 und 100 Grad C, das aus tiefliegenden Erdschichten (1.000 bis 2.500 m) entnommen wird. Grundsätzlich kann das heiße Wasser zu Heizzwecken - je nach Wasserqualität auch direkt für Bäder und Gewächshäuser - eingesetzt werden. In größeren Tiefen (ab 5.000 m) kann Dampf bei ausreichend hohen Temperaturen zur Stromerzeugung gewonnen werden. Neben den etablierten Erdwärmesonden mit Wärmepumpen wird die wirtschaftliche Nutzung in Deutschland durch die vergleichsweise ungünstigen geothermischen Verhältnisse und die hohen Investitionskosten behindert.

Gezeitenkraftwerk

Ein auf der Nutzung der mit den Gezeiten auftretenden Höhendifferenzen des Wasserspiegels und der daraus resultierenden Wasserströmungen basierendes Kraftwerk. Gezeitenkraftwerke bestehen aus einer Bucht, die durch einen Damm vom offenen Meer abgetrennt ist. In diesem Damm befinden sich die zur Stromerzeugung genutzten Turbinen, die bei Flut von der Meeresseite, bei Ebbe von der Buchtseite mit Wasser beschickt werden. Die Idee der Nutzung der Gezeiten zur Energieerzeugung ist - in konkreter Weise - etwa 100 Jahre alt.

Gleichstrom

Der Gleichstrom ist elektrischer Strom, der stets in gleicher Richtung fließt, im Gegensatz zum Wechselstrom, der stets seine Polarität und seinen Stromwert ändert.

Grundlast

Die permanent benötigte Leistung in einem Energieversorgungssystem, hauptsächlich verwendet für den Energiesektor Strom. Gebraucht wird diese permanente Leistung im Haushalt beispielsweise für Kühlaggregate, Geräte in Stand-by-Betrieb wie Fernseh-/Videogeräte, Haustechnik (Umwälzpumpen für Heizung und evtl. Warmwasserversorgung) und andere permanente Verbraucher, z. B. Anrufbeantworter, FAX, PCs im FAX-Betrieb. In öffentlichen Gebäuden kommen Beleuchtungseinrichtungen und Klimageräte hinzu. Im Industriebereich werden Maschinen im Schichtbetrieb oft 24 Stunden am Tag genutzt, die Lebensmittelindustrie benötigt Kühlhäuser zur Lagerung von Kühlgut. Verkehrsdienstleister benötigen rund um die Uhr Strom - schwerpunktmäßig für den Personenverkehr am Tage, für den Güterverkehr in der Nacht.

Der Strombedarf für den "Grundlastbetrieb Deutschlands" dürfte bei etwa 70% des Spitzenbedarfs und zwischen 80 und 90% des mittleren Strombedarfs liegen, also bei etwa 45GW.

Dieser hohe Grundlastbedarf kann nicht durch den Einsatz von Wind- oder Solarenergie aus unserem Land gedeckt werden, solange keine praktikable Möglichkeit der Speicherung elektrischer Energie verfügbar ist. Praktikabel bedeutet hier, dass die Energiebilanz des Speichers über seine Lebensdauer positiv sein muß; in anderen Worten: Wenn zur Herstellung des Speichers mehr Energie investiert werden muss, als er während seiner Lebensdauer speichern kann, ist ein solcher Speicher ein Energieverbraucher.

Grundpreis

Der Grundpreis bzw. die Grundgebühr ist der Teil der Gesamtrechnung, der pauschal - d.h. unabhängig vom eigentlichen Verbrauch - zu entrichten ist. Die Verrechnung erfolgt anteilsmäßig für den Abrechnungszeitraum.

GWh

GWh ist die Abkürzung für GigaWattStunden, d.h. für 1 Million kWh

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindungsleitung zwischen dem Verteilungsnetz des Versorgungsunternehmens und der Kundenanlage.

Hochspannung

Als Hochspannung wird elektrische Spannung über 1.000 Volt (1kV) bezeichnet.

Hochtarif (HT)/Niedertarif (NT)

HT: Montag bis Freitag 06.00 bis 20.00 Uhr
NT: Montag bis Freitag 20.00 bis 06.00 Uhr inklusive Wochenende

Jahresabrechnung

In der Regel bezahlen Sie für Ihren Energiebezug jeden Monat einen gleich bleibenden Teilbetrag. Einmal im Jahr werden die Zähler abgelesen. Anhand dieser Daten erstellen wir eine exakte Jahresabrechnung. Auf Basis der Jahresabrechnung werden Ihre neuen Teilbeträge festgelegt.

Joule (J)

Seit dem 1. Januar 1978 ist Joule (J; 1J=1 Wattsekunde) die internationale Maßeinheit für Energie - benannt nach dem englischen Physiker James Prescott Joule (1818-1889). Die Maßeinheit Joule hat die früher geläufige Einheit Kilokalorie (kcal) ersetzt.