Energielexikon: Begriffe P bis S

Passivhaus

In einem so genannten Passivhaus ist der Wärmebedarf so weit verringert, dass die Energiebeiträge aus der eingestrahlten Sonnenenergie, der Eigenwärme der Personen im Haus sowie der Wärmeabgabe von Geräten - in Verbindung mit einer hoch effizienten Wärmerückgewinnung durch ein Lüftungssystem - ausreichen, um das Gebäude warm zu halten. Voraussetzung hierfür sind u. a. eine qualitativ hochwertige Gebäudehülle sowie Gebäudetechnik. Der verbleibende geringfügige Heizwärmebedarf kann beispielsweise durch gespeicherte Sonnenwärme gedeckt werden. Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses.

Photovoltaik (PV)

Photovoltaik ist die unmittelbare Umwandlung von Sonnenstrahlung in elektrische Energie mit Hilfe von Solarzellen. Durch absorbiertes Licht werden in diesen Solarzellen, die zumeist aus dem Halbleitermaterial Silizium bestehen, freie Ladungen erzeugt; diese bewirken an der Zelle eine elektrische Spannung, so dass Gleichstrom durch ein angeschlossenes Gerät fließt. Die PV, die dem Verbraucher durch Solartaschenrechner oder Solaruhren bereits lange bekannt ist, kann auch für die Stromversorgung privater Haushalte eingesetzt werden.

Primärenergie

Primärenergie ist der rechnerisch nutzbare Energiegehalt all jener Energieträger, die in der Natur vorkommen und noch keiner Umwandlung unterworfen sind. Hierzu zählen fossile Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas und erneuerbare Energien (Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme und Gezeitenenergie).
Primärenergien sind energetisch genutzte Ressourcen. Zu ihnen gehören fossile und nukleare Energieträger (nicht erneuerbar) sowie erneuerbare Energiequellen (Biomasse, Erdwärme, Solarenergie, Wasser, Wind), aber nicht energetisch nutzbare Reststoffe - diese sind Rezyklate.

Regenerative Energien

Regenerative Energien werden auch erneuerbare Energien genannt und stehen in unbegrenztem Maße zur Verfügung. Darunter Fallen Energieträger wie Biomasse, Sonne, Wind und Wasser. Energieträger wie Erdgas, Erdöl, Kernenergie und Kohle zählen nicht dazu, da deren Verfügbarkeit begrenzt ist.

Sekundärenergie

Sekundärenergie ist die Energie, die als Ergebnis eines Umwandlungsprozesses und unter Energieverlust aus der Primärenergie gewonnen wird. Sekundärenergie gibt es entweder in Form leitungsgebundener Energie wie Strom, Fernwärme und Stadtgas oder in Form von Veredelungsprodukten wie Benzin, Heizöl, Koks, Briketts oder auch Wasserstoff.

Solaranlage

Solaranlagen sind Einrichtungen, die die Sonnenstrahlung nutzen; sie setzen sich aus Solarmodulen, die ihrerseits wiederum aus mehreren Solarzellen bestehen, zusammen. Man unterscheidet folgende Systeme: Sonnenkollektor, Absorber (Wärme), Solarzellen (Strom) und solarthermische Kraftwerke (Strom/Wärme).

Solarthermie

Bei der Solarthermie wird die Sonnenenergie zur Brauchwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung beziehungsweise zur Strom- oder Prozesswärmeerzeugung genutzt (Sonnenkollektor, solarthermische Kraftwerke).

Solarzellen

Solarzellen wandeln Licht direkt in elektrischen Strom um; dies nennt man photovoltaischen Effekt (Photovoltaik). Solarzellen bestehen zumeist aus Silizium, das aus Quarzsand gewonnen wird.

Sonnekollektor

Sonnenkollektoren wandeln die Sonnenenergie (Strahlungsenergie) in Wärmeenergie um (z. B. für Wasser zum Duschen oder für die Raumheizung). Die Wärmeverluste des Sonnenenergiesammlers werden vermindert durch einfache oder mehrfache Glasabdeckung und durch Wärmedämmung der Rückseite. Bei einfachen Systemen kann auf das Prinzip der "Wärmefalle" verzichtet werden; man spricht dann von Solarabsorbern.

Spannungsebene

Hier unterscheidet man Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung.

Stand-by

Bei längeren Pausen sollten elektrische/elektronische Geräte (z. B. Fernsehgeräte, Videorekorder, PC, Drucker) immer ganz ausgeschaltet werden. Denn: Die Bereitschaftsschaltung (Stand-by) erhöht nicht nur die Gefahr eines Gerätebrandes, sondern verbraucht auch unnötig Energie. So belaufen sich die Kosten derartiger unnötiger Leerlaufverluste in einem durchschnittlichen Haushalt pro Jahr auf 60 Euro;. Bei vielen Geräten genügt zum Ausschalten nicht das Betätigen des Aus-Schalters, um sie völlig vom Netz zu trennen. Dann hilft nur das Ziehen des Steckers oder der Anschluss des Gerätes über eine schaltbare Steckdose.

Strombörse

Mit der Liberalisierung des Strommarktes ist Strom zur Handelsware geworden; sein Preis wird auch an Strombörsen - ähnlich wie bei der Wertpapierbörse - durch Angebot und Nachfrage geregelt. Im Jahr 2000 ist hierzulande für zwei Strombörsen der Startschuss gefallen: Die Leipzig Power Exchange (LPX) und in Frankfurt am Main die European Energy Exchange (EEX). Die beiden Börsen fusionierten zum 1. Januar 2002 zur (neuen) EEX mit Standort Leipzig.

Stromsteuer

Gemäß Stromsteuergesetz vom 24.03.1999 beträgt die Stromsteuer brutto 2,44 ct/kWh, die an das Hauptzollamt abgeführt werden. Falls für einzelne Kundengruppen ein ermäßigter Steuersatz zur Anwendung kommt, reduziert sich der Arbeitspreis entsprechend.