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Menschen von hier und heute – Christoph Erd

„Heimat ist, wo man sich wohlfühlt“

Der Berg ruft: Christoph Erd betreibt seit zwölf Jahren das Staufner Haus. In der Berghütte können Wanderer auf 1634 Metern Höhe einkehren und übernachten. Mit uns hat der 38-Jährige über sein Leben und den Arbeitsalltag auf der Hütte gesprochen.

Heimat ist da, wo man sich wohlfühlt. Wo man wohnt, wo man arbeitet, wo man Freunde hat – aber alles eben immer unter dem Aspekt, dass man sich wohlfühlt. Ich bin gebürtig aus Nesselwang im Allgäu. Ich bin hier aufgewachsen, ich habe hier meine Leute, meine Hobbys und meine Familie um mich herum. Das alles ist für mich Heimat. Die Berge, die Natur, die Freizeitaktivitäten, das Wetter. Ich habe auch in der Stadt gewohnt und eine Zeit in der Schweiz, aber es war für mich immer klar, dass ich ins Allgäu zurückgehe.

Relativ unspektakulär: Es wurde ein Pächter gesucht, und ich war schon vorab auf der Suche nach einer Hütte, speziell einer DAV-Hütte. Und da war das die Gelegenheit. Durch meine Qualifikation haben wir dann den Zuschlag bekommen.

Meine Kinder fühlen sich sehr wohl. Sie sind gerne hier oben – wobei sich das bei ihnen ja auf das Wochenende beschränkt, weil sie noch zur Schule gehen und der Schulweg von hier oben zu weit ist. Deshalb wohnen meine Frau und meine Kinder unter der Woche im Tal. Am Wochenende sind wir aber alle gemeinsam auf der Hütte. Die Kinder genießen es im Winter zum Beispiel, im Schnee zu spielen, und im Sommer, einfach draußen zu sein und den Kontakt mit der Natur zu haben. Es hat für uns eine hohe Priorität, dass das hier oben in Summe für die ganze Familie passt.

Er fängt mit der Vorbereitung des Frühstücks an, das ist so gegen halb sieben. Um 24 Uhr haben wir Hüttenruhe – das heißt, mein Tag ist dann um halb eins vorbei.

Darin mache ich jeden Samstag Schweinekrustenbraten. Durch die Holzbefeuerung und Temperatur wird er darin besonders gut. Außerdem sind die Gäste draußen live bei der Zubereitung dabei, können somit alles sehen und natürlich auch riechen.

Für Veganer haben wir zwei spezielle Gerichte. Und für Vegetarier gibt es recht viel, wie Kässpatzn oder Kaiserschmarrn.

Familienleben, Freunde treffen, Urlaub machen – wobei mit meinen schulpflichtigen Kindern diese Zeit dann auch auf die Ferien beschränkt ist, und da haben wir wiederum nicht so oft geschlossen. Außerdem erledige ich alles, wozu man sonst im Alltag nicht kommt.

Wir haben einen Tisch, an dem man die Aussicht genießen kann. Den halten wir uns zum Frühstück immer frei. Ansonsten haben wir auch noch eine private Terrasse. Da hat man dann auch mal ein bisschen Ruhe und kann sich zurückziehen, weil sich am Berg ja doch immer viele Leute tummeln.

Ja, auf jeden Fall. Wenn ich die Zeit und die Ruhe habe. Im Tagesgeschäft sind diese Momente natürlich relativ selten. Aber es gibt zwischendurch immer Momente, wo es gerade passt. Etwa, wenn das Frühstück vorbereitet ist, aber noch keiner da ist. Da setze ich mich schon mal mit einer Tasse Kaffee hin und schaue einfach nur.

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