©Simon_Koy
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Menschen von hier und heute – Ramona Rothmayr

„Früher war die Feuerwehr ein reiner Männerverein“

Ramona Rothmayr macht als Bürokauffrau die Lohnabrechnungen in einem Allgäuer Unternehmen. Das ist aber noch nicht alles: Die 27-Jährige ist als Gruppenführerin und Ausbilderin der Jugendwehr eines der wenigen weiblichen Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr.

Seit 2003. Bei uns durfte man bei der Jugend mit 14 anfangen, und da habe ich auch angefangen.

Es gibt dort weniger Frauen als Männer. Aber dafür, dass Frauen noch nicht so lange bei der Feuerwehr mitarbeiten dürfen, sind es schon relativ viele. Bei uns sind wir aktuell insgesamt circa 30 Aktive – darunter vier Frauen. Zudem haben wir vier Frauen in der Jugendwehr.

Das konnte jede Feuerwehr selbst entscheiden. Bei uns sind Frauen etwa seit 2002 dabei. Früher war die Feuerwehr ein reiner Männerverein. Irgendwann hat man dann aber festgestellt, dass die Einsatzbereitschaft vor allem tagsüber höher ist, wenn sowohl Männer als auch Frauen dabei sind.

Eigentlich nicht. Man muss aber dazusagen, dass wir eine relativ kleine Wehr sind und daher nicht so viele Einsätze haben. Wir schauen immer, dass die Jugendlichen bei schweren Unfällen nicht dabei sind. Als ich noch ziemlich jung war, hatten wir einmal ein Zugunglück. Damals wurde dann auch zu mir gesagt: „Du bleibst hier.“

Letztendlich kommt es ganz darauf an, wie groß die Jugendfeuerwehr ist und wie viele Übungen man macht. Wir haben bei uns „nur“ einmal im Monat Übung. Mit Vor- und Nachbereitung der Übungen liegt mein Aufwand jeweils etwa bei drei Stunden. Ab und zu haben wir zusätzliche Veranstaltungen – Zeltlager zum Beispiel.

Ich spreche Jugendliche an und frage, ob sie Lust haben, bei uns mitzumachen. Meine Hauptaufgabe aber liegt darin, die Jugend auszubilden. Sprich: Ich mache alle Übungen – also die komplette Grundausbildung – mit den Jugendlichen. Einmal pro Jahr haben wir einen Theorieteil, das ist meistens so etwas wie „Gefahren der Einsatzstelle“ oder Ähnliches. Außerdem haben wir einen Erste-Hilfe-Teil, in dem wir Verbände anlegen oder Herz-Lungen-Wiederbelebung und stabile Seitenlage üben. Des Weiteren gibt es Gerätekunde, damit sich die Jugendlichen auf dem Fahrzeug auskennen. Zudem machen wir Löschübungen und Übungen zur technischen Hilfeleistung wie Straßenabsperrung oder Einsatz von Leitern. Und es gibt einmal im Jahr einen Wissenstest, der von der Feuerwehrschule in Würzburg zur Verfügung gestellt wird. Wenn die Jugendlichen dann irgendwann in den aktiven Dienst wechseln, beherrschen sie nach dieser Ausbildung die Grundzüge.

Für mich war es zum einen die Gemeinschaft, zum anderen die Tatsache, Menschen helfen zu können. Zudem fand ich die Feuerwehr grundsätzlich schon immer interessant.

Das ist gar kein Problem. Mein Arbeitgeber weiß Bescheid, dass ich bei der Feuerwehr bin. Die Übungen sind in der Regel sowieso am Abend. Und bei Einsätzen ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, einen freizustellen.

Stammtische haben wir keine. Aber es gehört schon dazu, dass man nach den Einsätzen oder Übungen zusammensitzt. Das ist wichtig, um die Leute so gut kennenzulernen, dass man sie besser einsetzen kann. Als Gruppenführerin muss ich meine Leute einfach so kennen, dass ich weiß, ob jemand zum Beispiel kein Blut sehen kann. Dann würde ich denjenigen natürlich nicht an eine Einsatzstelle schicken, wo alles voller Blut ist.

Das hat für mich eine große Bedeutung. Ich finde es wichtig, dass man Engagement zeigt. Ich freue mich, dass ich bei der Feuerwehr etwas Gutes tun kann und ehrenamtlich einen Beitrag leiste. Zudem ist es auch einfach ein Hobby, das mir wirklich viel Spaß macht.

 

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