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Menschen von hier und heute – Simon Schnetzer

„Ich möchte im Allgäu etwas bewegen“

Eine Start-up-Szene im Allgäu aufbauen – das ist der Traum von Gründer und Jugendexperte Simon Schnetzer. Ein Gespräch über Lampenfieber vor großen Auftritten, die Entstehung der Gründervilla in Kempten und den Wunsch, die Welt ein wenig besser zu machen.

Na klar. Bevor es losgeht, bin ich schon ein wenig nervös. Aber das verfliegt, sobald ich auf der Bühne stehe. Mein Schlüsselerlebnis hierzu war ein Jonglierkurs auf dem Gymnasium in Kempten.

Wir hatten einfach einen tollen Lehrer, der uns die wichtigste Lektion beigebracht hat: Wenn die Bälle mal runterfallen, ist das kein Drama, sondern Teil der Show. Noch wichtiger, als diese Lektion zu hören, war aber, sie zu erleben. Wir haben jedes Jahr eine andere Nummer aufgeführt, und natürlich sind immer wieder Bälle auf dem Boden gelandet. Und siehe da, die Zuschauer haben zum Teil sogar applaudiert. Seitdem finde ich: Mit Fehlern umzugehen ist cool.

Zumindest ein Teil von mir. Vor allem aber lag es mir schon immer, auf Menschen zuzugehen und etwas zu bewegen. Eigentlich geht es mir darum, die Welt ein bisschen besser zu machen. Deswegen habe ich auch erst mal Volkswirtschaft studiert, meine Abschlussarbeit bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf geschrieben und mich später als Nachhaltigkeitsbeauftragter beim Internationalen Kakaorat der UNO von London aus für fairen Kakaohandel eingesetzt.

Mit 30 Jahren wollte ich mich noch einmal neu orientieren und bin durch Südamerika gereist. Dabei habe ich viel mit anderen jungen Menschen gesprochen und gemerkt, dass uns weltweit viel verbindet. Zum Beispiel, dass unsere Generation extrem von den Erwartungen unserer Eltern geprägt ist, diese aber vielleicht gar nicht umsetzen will oder kann. Über einige Umwege kam ich so auf die Idee, selbst über junge Menschen zu forschen – und mein Wissen zum Beispiel Unternehmen und Organisationen zu vermitteln.

Na ja, in Berlin wäre das sicher einfacher gewesen, dort gibt es natürlich tolle Strukturen für Gründer, man teilt sich Büros und findet schnell Gleichgesinnte. Aber mich hat es zurück ins Allgäu gezogen. Weil hier meine Heimat ist und weil ich auch hier etwas bewegen wollte. Zum Beispiel möchte ich helfen, dass auch hier eine vibrierende Gründerszene entsteht.

Unter anderem habe ich an der Hochschule Kempten gemeinsam mit Frau Professor Katrin Stefan für einige Semester den Kurs „Unternehmen gründen“ geleitet und das erste Allgäuer Barcamp #barcampTEN organisiert. Aus diesen Aktivitäten entstand die Initiative für ein sogenanntes Pop-up-Coworking in Kempten. Als wir dort bei einem Gründerstammtisch von unseren Aktivitäten erzählten, sagte eine Dame, sie hätte da vielleicht ein Objekt für uns. So sind wir an unsere Gründervilla gekommen – ein ganzes Haus in Kempten, in dem heute verschiedene Start-ups und Gründer zusammenarbeiten, zum Beispiel in den Bereichen Onlinemarketing, Design und Film. Für meine Tätigkeit ist das die perfekte Heimat und Bühne, um Projekte zu präsentieren, Erfahrungen auszutauschen und spannende Leute zu treffen. 

Dieses Jahr bin ich als Speaker deutschlandweit mit meinem Vortrag „Generation Y, Z & Co – die junge Generation verstehen, die Zukunft gestalten“ auf Tour. Die Studie „Junge Deutsche“ über die Lebens- und Arbeitswelten der jungen Generation in Deutschland habe ich gerade zum dritten Mal herausgegeben und unterstütze Unternehmen, Organisationen und Regionen dabei, junge Leute besser zu finden, zu motivieren und zu binden. Außerdem genieße ich die Arbeit mit Jugendlichen in Zukunftsworkshops, weil sie sich so sehr Orientierung und ein gutes Gefühl bei Entscheidungen wünschen.  

Weitere Informationen zu Simon Schnetzer

www.simon-schnetzer.com

Weitere Informationen zur Studie ‚Junge Deutsche‘

www.jungedeutsche.de

 

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